Januar 2020

17.01. Mediathek Oberkirch um 19 Uhr

Hexen, Heiler und Dämonen.                                Wahn und Wehe - auch in der Ortenau.

Hexen, Heiler und Dämonen. Mit diesem Thema startet der Förderverein der Mediathek e. V. am Freitag, dem 17. Januar 2020 zur gewohnten Zeit um 19 Uhr ins neue Jahr.

 

Zwei Stunden lang warten die Oberkircher Autorin und Verlegerin Karin Jäckel als Vorsitzende des Vereins und ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem von ihr gegründeten und geleiteten AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass mit Wahrem und Erdachtem über geheimnisvolle Kräfte auf, die auch in der Ortenau wirkten.

 

Über einen realen Heiler, der von 1884 bis 1954 in der Ortenau lebte und wegen seiner als außerordentlich empfundenen Heilungserfolge ein weithin gefragter Mann war, weiß der aus Seebach stammende Autor Elmar Gschwind zu berichten.

In vielen Jahren erforschte und beschrieb er das Leben des Geistheilers Andreas „Ondres“ Huber aus Seebach, der bis heute noch vielen Menschen unter dem Namen „Lorenzebur“ ein Begriff ist. 

 

Heidrun Hurst, Autorin aus Odelshofen und für ihre historischen Krimis bekannt, deren Handlung in der Region zwischen Ortenau und Elsass spielen, nimmt das Publikum in Straßburger Pestzeiten mit. 


In ihrem neusten Roman „Die Pestheilerin von Straßburg“ entwickeln zwei kluge Frauen ein wirksames Heilmittel gegen die gefürchtete tödliche Pest. Des Lesens und Schreibens kundig und erfahrene Heilkrautkennerin, wird eine von ihnen auf der Suche nach Behandlungsmethoden in einer Klosterbibliothek fündig. Aus vielen Erfahrungsberichten stellt sie eine Rezeptur zusammen. Für sie selbst kommt das Heilmittel zu spät, doch ihre Tochter Adelheid, Ehefrau des Scharfrichters Martin, kann damit nicht nur selbst von der Pest geheilt werden, sondern wird auch zur Heilerin für viele andere.

 

Welches Wagnis es einst war, sich als Heilkundige zu betätigen und sich damit nicht nur dem Risiko des Misserfolgs auszusetzen, sondern auch bösem Verdacht, Hass und Verfolgung, ist im Begriff „Hexe“ bis heute bekannt. Am Beispiel historischer Forschung referiert Karin Jäckel, dass es Hexenverfolgung, grausam unter der Folter erpresste Geständnisse und Hexenverbrennungen bei lebendigem Leibe auch in der Ortenau gab.

 

Mit einem Exkurs über den Wolf im Märchen leitet sie über zu der Fantasy-Roman-Autorin Christa Maria Buß aus Ohlsbach und deren eigens für diesen Abend verfasster Erzählung über die furchtbare Verwandlung eines Menschen in einen Dämon in Werwolf-Gestalt.

 

Gerd Birsner, aus Funk und Fernsehen bekannter Diersheimer Lied-Poet, G’schichtle-Erzähler, Sänger und Gitarrist, bereichert den Abend mit der „Magie“, die Wortkunst und Musik immer dann innewohnt, wenn man sie mit Herzblut vorzutragen weiß.

 

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf in den Oberkircher Buchhandlungen Bücherinsel und Grimmelshausen sowie an der Abendkasse. Reservierungen kann man bis zum 16. 1. 2020 online vornehmen.  

31.01. Stadtbibliothek Offenburg            um 18 Uhr

Wortkunst & Musik                                              Aus Baden und dem Elsass

 

 

Erstmals lädt das vor fünf Jahren gegründete AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass in die Offenburger Stadtbibliothek ein, deren Leiterin Malena Kimmig sehr interessiert an einer Verknüpfung mit Autorinnen und Autoren aus der Region ist.

 

Am 31. Januar um 18 Uhr warten nach dem Motto: „Wortkunst und Musik aus Baden und dem Elsass“ sechs Mitglieder des AutorenNetzwerks für etwa zwei Stunden mit eigenen Liedern, Gedichten und Geschichten in badischer und elsässischer Mundart und auf Hochdeutsch auf.

  

Als besonderer Überraschungsgast trägt die aus Renchen kommende Schülerin Julia Schäfer, die 2019 für besondere sprachliche Qualität und Kreativität mit einem Sonderpreis des alljährlich vom AutorenNetzwerk ausgelobten Leserabe-Schreibwettbewerbs gewann, als Nachwuchs-Autorin ihren Siegertext vor.


„E spassigs badisch-elsässischs Riwwerniwwer“ nennt der in Fessenbach aufgewachsene Autor Ludwig Hillenbrand sein „Hausfrauenlamento“, mit dessen Vortrag er auf humorvolle Weise die engen nachbarschaftlichen Sprachwurzeln des Badischen, Elsässischen und Französischen persifliert.  Angereichert mit „Erinnerunge an Fessebach“, greift der heute in Lahr lebende, im alemannischen Sprachraum weithin bekannte Mundart-Autor auf seine Kindheitserlebnisse im Dorf zurück, die nicht nur Zeitgenossen so manches Schmunzeln entlocken.

 

Auch die Fessenbacherin Margot Müller, die in der Region als Vorsitzende der Offenburger Muttersproch-Gsellschaft bekannt ist, bleibt als Autorin ihrer alemannischen Mundart verbunden. Mit einem Feuerwerk kreativer Ideen wird sie am 31. Januar „e bissel ebbs verzehle“ und das Publikum in die Fastnachtszeit der 60er/70er Jahre mitnehmen. Ihre Geschichten über Vorfreude auf die Fastnacht und Fastnachtserlebnisse im „Hiwwe un Driwwe“ wecken nicht nur Erinnerungen sondern auch Spaß am baldigen närrischen Treiben.

 

Mit der ebenfalls in Fessenbach verwurzelten und in Offenburg wohnenden Krimi-Autorin Ursula Hass geht’s dann mit dem Dichterfürsten Goethe über den Rhein, hin ins schöne Sessenheim, wo er einst der liebreizenden Pfarrerstochter Friederike Brion so nachhaltig den Kopf verdrehte, dass sie ihm lebenslang treu und ledig blieb, obwohl er sie schnöde sitzen ließ. Mit „Goethe un sin Maidli“ greift die Autorin die Liebesromanze in badischer Mundart auf und geht dabei auch dem historischen Hintergrund nach.

 

Der Elsässer Yves Rudio aus Weinbourg im Département Bas-Rhin bereichert den Abend mit so nachdenklichen wie emotionalen Gedichten aus seinem Poesieband „Herbschtstimmùng“. Sie bilden eine poesievolle Chronik des Jahres 2015 und wurzeln gedanklich wie sprachlich im elsässischen, französischen und internationalen Raum.

 

Der Diersheimer Lied-Poet und Mundart-Erzähler Gerd Birsner rundet den Abend mit seinen zur Gitarre gesungenen Liedern und eigenen badischen G’schichtle ab. Aus den Medien als Musiker, Autor, Produzent, Moderator und Filmemacher, wie auch als Initiator regionaler Großveranstaltungen wie z. B. dem Gengenbacher Kultursommer oder dem dortigen Adventskalender-Ritual bekannt, sind Live-Auftritte Gerd Birsners Stimmungsgaranten.

 

Mit einer augenzwinkernden satirischen Hommage würdigt die Oberkircher Autorin und Verlegerin Karin Jäckel den elsässischen Gourmettempel Auberge de l’Il und führt als Leiterin des AutorenNetzwerks durch das Programm.

 

Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse. Verbindliche Platzreservierungen sind in der Stadtbibliothek Offenburg und Online-Reservierungen bis zum 30. Januar, 20 Uhr, über die Kontaktadresse auf der Webseite www.autorennetzwerk-ortenau.de möglich.