April 2020

02.04. Grünen Baum Hatzenweier            um 19:30 Uhr

Mundart trifft Hochdeutsch im April

Badische und "Unbadische" Geschichten & Musik

Kaktus-Musik aus Berlin und alemannische "Ebbs"

 

Wenn das AutorenNetzwerk Ortenau-Elass einmal im Jahr in den Grünen Baum zu Jusche und Heidi in Hatzenweier zu einem Dichterwettstreit einlädt, auch als Poetry Slam bekannt, darf das Publikum abstimmen, wer die meisten Punkte für Fünf-Minuten-Texte und statt Siegerkranz eine Flasche heimischen Gewächses gewinnt.

 

Am 2. April geht es ab 19:30 Uhr nicht ums Punkten und Gewinnen, sondern um witzige, makabre, exotische, heimelige, satirisch angehauchte und andere Geschichten auf Badisch oder „Unbadisch“ und aprilfreche Lieder. 

 

Detlef Spötter aus dem nahen Bühl wollte zwar als Kind am liebsten Apfelsinenmacher werden, bestieg als Erwachsener jedoch lieber die Familientraditionsleiter und wurde Ingenieur. Als Autor ist ihm keine Zukunftsvision zu schwer, keine Lücke im Morgensternschen Lattenzaun zu wertlos und kein Mann auf der Avocadoschale zu rätselhaft.  


Die Bandbreite seiner kreativen Einfälle reicht vom Leben und Forschen in untermeerischen Luftblasen bis zu bauchrednerischen Drachenexperimenten. Im Grünen Baum darf man sich auf ihn nicht nur in seiner charmanten Rolle als gelb behuteter Conférencier vor der Punktetafel des Dichterwettstreits freuen, sondern am 2. April auch auf seine erzählerischen Qualitäten. 

 

Mit Ludwig Hillenbrand betritt, so die Leiterin des AutorenNetzwerks, einer der besten alemannischen Mundartautoren der Ortenau die Bühne. „Pensionierter Ditschlehrer un Schuelleiter vum Lohrer Max-Planck-Gymnasium“, schreibt er schon seit vielen Jahren in seiner geliebten Mundart. Spaß mache es ihm, wie der Autor verrät, Leute zu beobachten, „wie sie alemannisch schwätze und „Gschichtli, Gedichtli und Glosse iwwer minni Beobachtunge“ zu schreiben. Wer Ludwig Hillenbrands Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Dorf in Fessenbach zuhört oder ihn mit „Ha, so ebbs!“ über „des un sell“ erzählen hört, vergisst die Zeit. Doch auch diesem Autor verbleiben im Grünen Baum nur 20 Minuten, das Publikum für sich einzunehmen. Mehr kann man in seinen Büchern lesen, die er Interessierten gern signiert.

 

Uwe Wedemeyer ist ein Ortenauer aus Leidenschaft, nicht von Geburt. Seit vielen Jahren in Offenburg der Liebe wegen hängen geblieben, beschloss er eines schönen Tages, vom Lesenden zum Schreibenden zu werden und entdeckte dabei ein satirisches Talent an sich, das seiner kreativen Ader den Puls hoch treibt. Gemeinsam mit der Oberkircher Autorin Karin Jäckel, die das AutorenNetzwerk gegründet hat und leitet, liest er in szenischer Lesung aus seinen so makabren wie spannenden Kurzgeschichten.

 

Als Berater beim Naturschutzbund Nabu engagiert sich Franz Panter normalerweise für alles, was blüht und fleucht und kreucht. Von Wildblumensamenmischungen bis zu Vogelhäuschen oder Wildbienen- und Fledermaus-Quartieren trägt er Landwirten natürliche Helferlein zur besseren Apfelernte auf den Hof. In seiner Freizeit aber schreibt er alemannische Geschichten. Mit einer davon gewann er 2019 beim Leserabe-Schreibwettbewerb zum Thema „Der Schrank“ den ersten Preis. Als Gewinn gehörte u.a. das Angebot des AutorenNetzwerks zu dem einen oder anderen Autoren-Auftritt dazu. Mit Stolz und Freude präsentiere man den talentierten Hobby-Autor, so die Leiterin des AutorenNetzwerks, dessen Schrank-Geschichte Zündstoff enthält.

 

Der in Lahr lebende Autor Peter Winter ist gebürtiger Banater Schwabe. Das hört man trotz seiner langen Jahre in Baden noch immer an seinem rollenden R. Im Berufsleben als Dozent und Publizist tätig, macht der studierte Philosoph und Pädagoge seit 2007 auch als Autor von sich reden. Neben Glossen und Satiren verfasst er Kurzgeschichten und Gedichte, tritt aber auch als Liedermacher ins Rampenlicht. Im Grünen Baum erfreut er deshalb an diesem Abend nicht nur als Sänger mit Liedern der Comedian Harmonists wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, die er auf dem Akkordeon begleitet. Er hat auch aus seinem Bücherrepertoire das eine und andere seiner schwarzhumorigen Erzählstücke mitgebracht. Die Titel seiner Bücher lauten zum Beispiel „Der Walhai auf dem Kirchendach“ oder erzählen vom „Frauenhimmel & Männerhölle“. Und wenn Peter Winter seinen literarischen „Cocktail“ serviert, ist dies mit Fragen wie Sauerkirschen verbunden. Mit der zum Beispiel, ob die Liebe des Lebens auch das Glück des Lebens ist oder ob eine Zugverspätung tatsächlich das ganze Leben auf den Kopf stellen kann.

 

Durch den Abend führt die Oberkircher Autorin Karin Jäckel, die das AutorenNetzwerk Ortenau Elsass als grenzüberschreitende Interessengemeinschaft regionaler Wortkunst Schaffenden und Liedermacher/innen gegründet hat und leitet.

24.04. Mediathek Oberkirch um 19 Uhr

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